• Kinder in OP-Hemd und Markierungspflaster auf der Stirn © CBM/Hayduk

Blindheit in Entwicklungsländern: Die richtige Behandlung öffnet Augen

Nur ein einziger Augenarzt für eine Million Menschen! In Tansania in Afrika ist das bittere Realität. Für Österreich würde das bedeuten, dass gerade mal zwei Augenärzte alle Einwohner einer Großstadt wie Wien versorgen müsste.

Afrikanische Frau mit Baby, im Hintergrund wellblechgedeckte kleine Häuser © CBM/Hayduk
Dank CBM-Spenderinnen und -Spendern kann der kleine Kelvin aus Tansania sehen! Das Baby hatte Grauen Star und wurde im CBM-geförderten KCMC-Krankenhaus kostenlos operiert.

Was für Österreich unvorstellbar ist, erleben unzählige Menschen in den armen Ländern der Welt, zu denen Tansania zählt. Doch gerade diese Menschen brauchen dringend medizinische Versorgung. 89 Prozent aller 253 Millionen blinden und sehbehinderten Menschen weltweit leben in Entwicklungsländern. Aufgrund ihrer Behinderung, ihrer Armut und ihrem abgelegenen Wohnort ist es für sie unmöglich, einen Augenarzt aufzusuchen. 

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) will genau diesen Menschen helfen! Denn jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheitsversorgung, auf Ausbildung und darauf, selbstständig leben und sich den Lebensunterhalt verdienen zu können – kurz: auf ein selbstbestimmtes Leben.

Daten und Fakten zu Blindheit und Sehbehinderung

Weltweit sind 253 Millionen Menschen blind oder sehbehindert.

  • 36 Mio. Menschen weltweit sind blind

  • 217 Mio. Menschen weltweit sind sehbehindert

  • 89% der blinden und sehbehinderten Menschen leben in Entwicklungsländern

  • 75% aller Sehbehinderungen könnten vermieden werden

Ursachen von Blindheit

Eine ungenügende Gesundheitsversorgung führt dazu, dass durch wenige Augenerkrankungen viele Menschen bleibende Augenschäden davontragen oder sogar erblinden. 75 Prozent aller Sehbehinderungen könnten durch rechtzeitige Behandlung vermieden oder geheilt werden!

Zu den blindmachenden Krankheiten zählen Grauer Star und Grüner Star. Außerdem die vernachlässigten Tropenkrankheiten Trachom und Onchozerkose. Auch Brechungsfehler des Auges wie Kurz- oder Weitsichtigkeit können ohne richtige Versorgung eine Sehbehinderung verursachen.  Zu "Kinderblindheit" führen eine ganze Reihe von Ursachen: z.B. angeborener Grauer oder Grüner Star, Frühgeborenenretinopathie, Verletzungen oder Vitamin-A-Mangel.

Schwerpunkt augenmedizinische Hilfe

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der augenmedizinischen Versorgung, insbesondere auf der Behandlung von Grauem Star. Die Behandlung eines durch Grauen Star erblindeten Menschen ist unkompliziert, wenn er die Möglichkeit dazu bekommt: Eine einfache Operation bewirkt, dass er sehen kann.

Lachendes kleines indisches Mädchen © CBM/argum/Einberger
Kleiner Eingriff, große Wirkung: Alekhya (5) aus Indien hatte Grauen Star und verlor langsam ihr Augenlicht. Bei einer Operation wurden ihre getrübten Linsen gegen künstliche ausgetauscht. Jetzt kann sie wieder sehen!

Mit unseren lokalen Partnern ermöglichen wir:

  • (Reihen-) Untersuchungen
  • Behandlung der diagnostizierten Augenkrankheiten durch Medikamente oder Operationen
  • Hilfsmittel wie Brillen oder Lupen
  • Auf- und Ausbau von Augenkliniken, z.B. in Lahan und Biratnagar in Nepal
  • Aus- und Fortbildung von Augenärzten und Optikern

Darüber hinaus arbeiten wir vorbeugend, damit Menschen erst gar keine Augenkrankheit bekommen. Es ist wichtig Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Denn je früher sie erkannt werden, desto größer sind die Heilungschancen!

Werden Sie AugenlichtRetter!

Als AugenlichtRetter reicht Ihre Hilfe von der Vorsorge über die medizinische Behandlung Betroffener bis hin zu Bildung und Existenzgründungshilfe. Unser Ziel ist es, Menschen mit Sehbehinderungen volle Teilnahme in allen Bereichen der Gesellschaft zu ermöglichen.

Förderung sehbehinderter und blinder Menschen

Wer blind ist und in einem Entwicklungsland lebt, hat meist nur geringe Chancen, selbstständig leben zu können. Oft gibt es keine Möglichkeit für blinde Kinder, eine Schule zu besuchen. Das wiederum hat zur Folge, dass sie keine Berufsausbildung machen können. Die Folge: Arbeitslosigkeit und Abhängigkeit von der Familie.
Dabei könnte die Investition in die Förderung blinder Menschen enorme Gewinne bringen. Für Pakistan gibt es Schätzungen, denen zufolge die Rehabilitation von Menschen mit unheilbarer Blindheit zu einem wirtschaftlichen Gewinn von 71,8 Millionen US-Dollar pro Jahr führen würde.

Ein Mann und eine Frau auf einer Bank © CBM
Geschickt hantiert Suresh mit seinen grünen Modellen für Kompostgruben! Der 52-jährige Farmer aus benutzt sie, um zu erklären, wie Bio-Dünger erzeugt werden kann.

In vielen Ländern fehlen Bildungsstrukturen, die für arme Menschen mit Behinderung offenstehen. Gemeinsam mit lokalen Partnern stärkt die CBM blinde Menschen durch den Aufbau sozialer Dienste. Zu diesen Zählen:

  • Beratung für Betroffene und ihre Angehörigen
  • Aufklärung über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
  • Frühförderung
  • Förderung inklusiver Ausbildungsstätten vom Kindergarten bis zur Berufsausbildung
  • Mobilitätstraining
  • Spargruppen
  • Förderung von Selbshilfegruppen