Im Vordergrund eine überflutete, schlammige Straße. Im Hintergrund ein Haus mit mehreren Menschen. © picture alliance / ZUMAPRESS.com

Sintflutartige Regenfälle bedrohen das Leben Tausender

Wochenlang hat es nur noch gegossen – und das Ausmaß der Regenfälle wird für den 54-jährigen Belko Idi und seine Nachbarn in der nigrischen Haupstadt Niamey zum Horror: Hilflos mussten sie zusehen, wie Haus um Haus durch die starken anhaltenden Regenfälle zerstört und weggespült wurden.

"Die meisten Häuser in dieser Gegend sind aus Lehm und Stroh. Sie halten diesen schweren Regenfällen nicht Stand. Wir mussten zusehen, wie ein Haus nach dem anderen einfach zusammenbrach", berichtet er Laura Fultang vom UN-Amt für Koordination humanitärer Angelegenheiten.

Nur die Flucht rettet Leben

Als die Flut einsetzte, berichtet er weiter, unternahmen er und die Nachbarn alles Erdenkliche, um zu verhindern, dass die Wassermassen in die Häuser eindringen. Eilig schichteten sie Sandsäcke übereinander – aber es half nicht. "Der Klimawandel ist bei uns angekommen. Niemals zuvor trat der Niger derart über seine Ufer wie jetzt."

Auch das Haus von Belko Idi war komplett überflutet und unbewohnbar. Er und seine Familie flüchteten ins 40 km entfernte Dalwey – aus Angst seine Familie könnte sich durch das verschmutzte Wasser mit Krankheiten infizieren.

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Zerstörung, Flucht und Not

Belko Idi und seine Familie sind nur ein Beispiel für das, was die Menschen derzeit in Niger erleiden – und das mitten in der Corona-Pandemie. Nach Informationen des UN-Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten sind 550.000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen, 69 Menschen verloren ihr Leben. 43.000 Häuser sind zerstört, 16.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche sind zerstört und 19.000 Kühe getötet worden. Dieser Verlust der Lebensgrundlage kann für die ohnehin arme und von der Landwirtschaft abhängige Bevölkerung verheerende Folgen haben.

Angst vor Krankheiten ist allgegenwärtig

Verschmutztes Wasser, begrenzter Zugang zu medizinischer Versorgung und die Evakuierung der Bevölkerung in Gebiete mit schlechten hygienischen Bedingungen erhöhen zudem die Gefahr, dass Krankheiten wie Cholera und Malaria ausbrechen. Die CBM konzentriert ihre Hilfe auf die besonders schwer betroffene Region Tillabéri.

Flutkatastrophe auch in Nigeria

In Nigeria erleiden viele Menschen dasselbe Schicksal wie im Niger: Auch dort wurden weite Landstriche durch die schlimmsten Regenfälle seit 2012 überschwemmt. Im Bundesstaat Jigawa in der Region um die Stadt Hadejia wird die CBM deshalb etwa 800 betroffene Familien, zu denen Menschen mit Behinderungen gehören, mit Nothilfe unterstützen. Außerdem sollen Hilfsmittel wie Brillen, Krücken und Rollstühle verteilt werden.

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Ermöglichen Sie schnelle Hilfe im Katastrophenfall! Durch Ihre Spende heute können wir im Krisenfall sofort vor Ort sein und erste Hilfsmaßnahmen leisten, zum Beispiel im Überschwemmungsgebiet in Niger. Dabei liegt der Fokus auf Menschen mit Behinderungen. Durch unsere Nothilfe-Programme ermöglichen Sie eine rasche Versorgung bei Katastrophen.