• Eine große Gruppe bunt gekleideter asiatischer Frauen hockt am Boden. © CBM/Gonzalo Bell

Asien – unzählige Menschen hoffen auf Hilfe

Asien ist der größte Kontinent unserer Erde und beheimatet mehr als vier Milliarden Menschen. Doch nur die wenigsten von ihnen leben in Wohlstand. Gerade in ländlichen Gebieten leiden die Menschen unter großer Armut, die zu Behinderungen führen kann. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) setzt sich gemeinsam mit lokalen Partnern dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen umfassende und nachhaltige Hilfe erhalten.

Die CBM setzt sich für ein ein besseres Leben von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern ein. Ziel ist es, eine Welt zu schaffen, in der Menschen mit Behinderungen dieselben Chancen und Rechte haben wie alle anderen. Sie sollen frei von Krankheit und Armut leben können. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt die CBM medizinische Hilfsprojekte, fördert Bildungs- und Existenzsicherungsprogramme und leistet umfassende Vorsorgearbeit.

Eine indische Frau hält ein Mädchen auf dem Arm. Beide lachen. © CBM/argum/Einberger
Alekhya (r.) und ihre Mutter strahlen über das ganze Gesicht. Dank einer Augenoperation in der CBM-geförderten Sankar-Augenklinik in Indien kann die Fünfjährige heute wieder sehen.

Armut dominiert große Teile Asiens

Obwohl die Wirtschaft in vielen asiatischen Ländern boomt, leben noch immer zahlreiche Menschen in Armut. Oft haben diese Menschen weder sanitäre Anlagen noch Zugang zu sauberem Wasser. Krankheiten können sich so ungehindert ausbreiten und im schlimmsten Fall eine Behinderung auslösen.

Erschreckende 95 Prozent der Bevölkerung in Südasien haben keinen Zugang zu chirurgischer Versorgung. Das bedeutet, dass z. B. Unfälle häufig zu bleibenden Körperbehinderungen führen oder angeborene Fehlbildungen nicht behandelt werden.

Dazu kommt, dass behinderten Menschen häufig keinen Zugang zu Bildung haben. Ohne schulische Ausbildung sind ihre Chancen auf eine Arbeitsstelle leider sehr gering und ein Leben in Armut fast unausweichlich. Um den verhängnisvollen Kreislauf von Armut und Behinderung zu durchbrechen, fördert die CBM zahlreiche Hilfsprojekte.

Die Hilfsprojekte der Christoffel-Blindenmission

  • 1908 Seit 1908 ist die CBM auf dem asiatischen Kontinent tätig.

  • 180 Hilfsprojekte unterstützt die CBM in Asien (Stand 2019).

  • 14 Die Hilfsprojekte werden in 14 asiatischen Ländern realisiert (Stand 2019).

Ein Mann beleuchtet und untersucht das Auge eines Babys, das von einer Frau gehalten wird. © CBM
Dr. Manfred Mörchen war bis 2020 als Augenarzt für die CBM auf den Philippinen, um dort Menschen mit Augenkrankheiten und Sehbehinderungen zu helfen.

1908 reiste Ernst Jakob Christoffel in die Osttürkei, um in Malatya ein Heim für Kinder mit Behinderungen zur eröffnen. Die erste von der CBM geförderte Graue-Star-Operation fand 1966 in Kabul/Afghanistan statt. In den folgenden Jahren breiteten sich medizinische und rehabilitative Projekte der CBM in ganz Asien aus. Im Fokus steht immer die Inklusion: Menschen mit Behinderungen müssen die volle Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen erreichen und nationale Gesundheitssysteme dafür gestärkt werden. Der deutsche Augenarzt Dr. Manfred Mörchen arbeitete z. B. von 2014 bis 2020 auf den Philippinen, um den CBM-Partner EHFI, das Gesundheitsministerium und das CBM-Landesbüro in Manila zu beraten und die augenmedizinischen Dienste inklusiv zu gestalten.

In Indien hat die Inklusion von Menschen mit Behinderungen bereits große Fortschritte gemacht, denn dort hat die CBM schon vor 50 Jahren viele grundlegende Veränderungen angestoßen. So sind z. B. deren Rechte heute im Gesetz verankert und der Staat bezahlt viele Hilfeleistungen. Ein weiterer Meilenstein unserer Arbeit war der Bau der Biratnagar-Klinik in Nepal, der drittgrößten Augenklinik der Welt, in der jeden Tag viele Menschen vor Blindheit bewahrt werden oder das Augenlicht erhalten.