Neuer Lebensmut für ein kleines Mädchen
Wenn Shalom in der Frühe aufwacht, ist ihre erste Frage: "Mami, kann ich heute zur Schule gehen?" Ihrer Mutter Fridah bricht es das Herz, ihr sagen zu müssen, dass das nicht möglich ist. Denn die Fünfjährige hat auf beiden Augen Grauen Star und ist fast blind. Eine Augenoperation ist für die arme Familie unbezahlbar. Doch eines Tages ändert sich alles ...
Die meiste Zeit des Tages verbringt die fünfjährige Shalom allein. Still und verloren sitzt sie auf der Veranda und lauscht den Stimmen der anderen Kinder, die sich fröhlich auf den Weg zur Schule machen.
Als Shalom zwei Jahre alt war, bemerkte ihre Mutter Fridah, dass sie immer öfter Sonnenlicht mied, weil ihre Augen schmerzten. Als sie drei war, wollte sie mit den ausrangierten Schulheften ihrer älteren Cousins lesen lernen. Doch bereits damals konnte sie kaum die Buchstaben erkennen.
"Andere Kinder spielen nicht mir ihr und lachen sie aus, weil sie so oft hinfällt", erzählt Fridah traurig.
Eines Tages erfährt Fridah, dass die CBM-geförderte Mengo-Augenklinik arme Patienten kostenlos untersucht und behandelt. Sie zögert keine Sekunde und macht sich mit ihrer Tochter auf den Weg zur Klinik, wo Dr. Lisbon Aliraki den Eingriff vornimmt. "Nach der Operation und mit einer Brille wird Shalom sehen können", sagt der Arzt.
Noch ist Shalom von der Operation sehr erschöpft und Fridah kümmert sich liebevoll um ihre kleine Tochter.
Nachdem die Kleine aufgewacht ist, können Mutter und Tochter es kaum erwarten, dass die Krankenschwester den Verband entfernt. Die Spannung ist groß: War die Operation erfolgreich? Kann Shalom endlich sehen?
Als Shalom dann zum ersten Mal ihre Mutter mit eigenen Augen sieht, ist die Freude bei beiden unbeschreiblich groß. "Mama, ich sehe dich!", ruft die Kleine laut aus.
Drei Wochen nach der Operation darf Shalom sich eine Brille aussuchen. Die mit dem blauen Gestell soll es sein. Als Shalom sich im Spiegel betrachtet, kann sie kaum glauben, dass sie die tolle Brille behalten darf. Aus ihren Augen spricht pure Freude.
Und endlich geht Shaloms größter Wunsch in Erfüllung: Sie kann wie alle anderen Kinder auch zur Schule gehen. Weiß sie auf eine Frage der Lehrerin die Antwort, meldet sie sich sofort. Aus dem einst so stillen und traurigen Mädchen ist eine selbstbewusste Schülerin geworden.
Auch die Zeiten, in denen andere Kinder sie auslachten oder nicht mit ihr spielen wollten, sind vorbei. Schnell findet Shalom Freunde, unbeschwert spielen sie in der großen Pause auf dem Schulhof.
Und auch Fridah ist überglücklich und kann kaum glauben, dass CBM-Spenderinnen und -Spender ihrer Tochter all das ermöglichten: "Sie haben etwas für meine Tochter getan, das ich aus eigener Kraft nie geschafft hätte. Ich habe keine Worte, um meinen Dank gebührend auszudrücken."