Ugandischer Augenarzt untersucht Kind mit einer Spaltlampe © CBM

Die Mengo-Augenklinik – Hilfe für zehntausende Augenpatienten in Uganda

Die Augenklinik am Mengo-Hospital in Kampala/Uganda gilt als eine der besten Kliniken des Landes. Sie bietet unter einheimischer Leitung umfassende, moderne Augenmedizin – von der Brille bis zur Augenoperation. Ein Schwerpunkt des CBM-geförderten Projekts ist die Betreuung von Kindern mit Sehbehinderungen.

Augenpatienten sitzen auf einer Wartebank und warten auf ihre Behandlung © CBM
Täglich suchen viele Patienten Hilfe in der Augenklinik.

Seit 1980 unterstützt die CBM die Augenarbeit des Mengo-Hospitals, das im Zentrum der ugandischen Hauptstadt Kampala liegt.
1987 wurde eine separate Augenabteilung eingerichtet.
1999 erfolgte der Bau einer eigenen Augenklinik auf dem Krankenhausgelände. Dieser wurde u.a. von der CBM finanziert.

Durch diese neue Augenklinik konnten die bis dahin angebotenen Dienste deutlich vergrößert und verbessert werden. Eine dringend notwendige Maßnahme, denn das Einzugsgebiet für Augenpatienten umfasst ca. vier Millionen Menschen – allein in Kampala sind über 1,5 Millionen Einwohner zu versorgen. Zudem leben rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung in großer Armut.

Umfassende augenmedizinische Versorgung für alle

Ugandisches Kind mit Sehtestbrille beim Sehtest © CBM
Mit Sehtests wird bestimmt, welche optische Unterstützung die Kinder benötigen. Die hauseigene optische Werkstatt fertigt die Sehhilfen dann an.

Heute bietet die Mengo-Augenklinik ihren Patienten eine umfassende, moderne augenmedizinische Versorgung an, darunter häufig Graue- und Grüne-Star-Operationen. Ziel ist es, Blindheit zu verhüten und zu heilen, wo immer es möglich ist. Das gilt auch für bedürftige Patienten, die sich eine Behandlung eigentlich nicht leisten könnten. Um dies zu erreichen, wird ständig an der Verbesserung der medizinischen Ausstattung und der Fortbildung des Fachpersonals gearbeitet.

Kompetente Versorgung stark sehbehinderter Kinder

Seit 2008 liegt ein Schwerpunkt des Projekts darin, stark sehbehinderte Menschen zu betreuen. Dafür wurde eine eigene "Low-Vision"-Abteilung mit Unterstützung der CBM aufgebaut. Insbesondere Kinder mit teils schwersten Sehbehinderungen finden hier kompetente Hilfe und individuelle Behandlung.

In der projekteigenen optischen Werkstatt erhalten sie zudem speziell angepasste Sehhilfen und Vergrößerungsgeräte. Für viele der Kinder wird dadurch der Besuch einer Schule überhaupt erst möglich.

  • 76.205 Patienten haben 2019 die Augenklinik aufgesucht.

  • 4.319 Augen-OPs wurden 2019 im Projekt durchgeführt, darunter 934 bei Kindern.

Aufklärung und medizinische Versorgung durch mobile Dienste

Projektmitarbeiterin untersucht die Augen eines Kindes bei ihm zuhause © CBM
Mit mobilen Diensten betreuen Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter Kinder nach der Operation am Grauen Star an ihrem Wohnort.

Vorsorgemaßnahmen und eine frühe Behandlung könnten viele Kinder vor Sehbehinderungen bewahren. Doch oft wissen die betroffenen Familien in ländlichen Gebieten nichts über die Vorsorge. 72 Prozent aller Ugander leben in schwer zugänglichen Regionen. In diesen Gebieten wird häufig noch traditionelle Medizin verwendet und die Angst vor moderner Behandlung ist groß. Hier setzt u. a. die mobile Arbeit der Mengo-Augenklinik an.

Unterwegs im Außendienst

Mobile Teams unternehmen regelmäßig sogenannte "Outreach"-Einsätze. Sie untersuchen dabei Augenpatienten in kleineren Kliniken und in Gesundheitsstationen auf dem Land. Patientinnen und Patienten werden direkt vor Ort medizinisch behandelt oder bei Bedarf an die Klinik in Kampala zur Behandlung überwiesen. Zehntausende Menschen werden so jährlich erreicht.

Eine ugandische Frau mit Augenklappe sitzt im Krankenhausbett © CBM
Patienten im ländlichen Raum stehen Augenoperationen oft kritisch gegenüber – intensive Aufklärungsarbeit soll dies ändern.

Auch die Nachbetreuung von Augenpatienten, die nicht die Klinik aufsuchen können, gehört mit zur mobilen Arbeit. Klinikmitarbeiter besuchen die Patienten dann Zuhause, um sie zu untersuchen, zu beraten und gegebenfalls zu behandeln.

Darüber hinaus klärt das Team auch in den Gemeinden über Augenerkrankungen, deren Ursachen und vorbeugende Maßnahmen für Kinder und Erwachsene auf – um so langfristig das Vertrauen der Menschen zu gewinnen und vermeidbare Blindheit zu überwinden.