Ärztin untersucht einen Jungen. © CBM/argum/Einberger

Ein Leben ohne Geräusche: Die CBM im Kampf gegen Hörbehinderungen

Hörschädigungen sind weit verbreitet: 466 Millionen Menschen sind in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. Auffällig ist, dass die meisten Betroffenen in Entwicklungsländern leben. Gründe dafür sind unzureichende Gesundheitsversorgung und Armut. In Sambia gibt es z. B. nur zwei HNO-Abteilungen für 14 Millionen Einwohner!

Eine Frau hält mit der Hand ein Wattepad auf das Ohr eines Jungen © CBM/Hayduk
Innocent (7) aus Sambia hat eine chronische, eitrige Entzündung im Ohr. Er braucht eine Ohrenoperation!

Armut erhöht Risiko zu erkranken

Menschen in Entwicklungsländern sind aufgrund der hohen Armutsrate besonders benachteiligt. Einseitige oder mangelhafte Ernährung und schlechte Hygiene-Standards erhöhen das Risiko zu erkranken. Zudem sind die Gesundheitssysteme in armen Ländern oft unzureichend und kranke Menschen häufig zu arm, um sich behandeln zu lassen. So können z. B. wiederholte Mittelohrentzündungen zu einer Hörbehinderung führen. Und etwa jeder fünfte Mensch mit Hörschädigung in Entwicklungsländern braucht ein Hörgerät. Das sind fast 72 Millionen.

Auswirkungen einer Hörbehinderung

Menschen mit Hörbehinderung haben mit vielen Problemen zu kämpfen. Diese reichen von sozialer Ausgrenzung über wirtschaftliche Not bis hin zu geringen Bildungschancen. Gerade für hörbehinderte Kinder gibt es sehr wenige Angebote. Viele von ihnen besuchen keine Schule. Die Folge: Sie können keinen Schulabschluss und keine Ausbildung machen und finden später keine Arbeit.

Doch es geht auch anders! Das zeigt Innocents Beispiel: Der Siebenjährige aus Sambia ging immer gern zur Schule. Doch als seine Hörprobleme beginnen, verändert sich alles. "Seine Noten wurden schlechter", erinnert sich seine Mutter Veronica. Innocent wird zum Glück an die CBM-geförderte Beit-CURE-Klinik verwiesen. Der Grund für seine Probleme: eine chronische Eiterung des Mittelohrknochens. Innocent wird operiert. Seine Mutter ist so froh: "Ich hätte nie gedacht, dass mein Junge eine so gute Behandlung bekommen würde!"

Schaubild zum anatomischen Aufbau des Innenohrs. © CBM
Das Innenohr kann durch Infektionen und Medikamente geschädigt werden.

Ursachen angeborener und erworbener Hörbehinderungen

Eine angeborene Hörschädigung kann sich schon im Mutterleib entwickeln. Gründe dafür sind genetischer Defekte, Infektionen oder die Einnahme gehörschädigender Medikamente. Während oder kurze Zeit nach der Geburt können geringes Geburtsgewicht, Sauerstoffmangel oder Gelbsucht eine Hörbehinderung auslösen.

Ein erworbener Hörverlust entsteht erst im Laufe des Lebens und kann in jedem Alter auftreten. Zu den häufigsten Auslösern gehören Infektionen wie Mumps oder Meningitis, Mittelohrentzündungen, Verletzungen des Innenohrs und die Einnahme gehörschädigender Medikamente (z. B. Antibiotika oder Anti-Malaria-Mittel).

Die CBM hilft hörbehinderten Menschen auf der ganzen Welt

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten durch die richtige Vorsorge die Hälfte aller Hörbehinderungen vermieden werden. Bei Kindern sogar 60 Prozent. Deshalb fördert die Christoffel-Blindenmission (CBM) in Entwicklungsländern Programme, die Hörbehinderungen vorbeugen. CBM-Partner behandeln vor Ort Menschen, die bereits eine Hörbehinderung haben.

Ein junger Mann bekommt eine hellrote Paste ins Ohr gespritzt. © CBM/Lohnes
Ein Hörgerät verhilft 20 Prozent der Betroffenen zu besserem Hörvermögen.

So werden Hörbehinderungen vermieden oder behandelt

  • Reihenuntersuchungen in Schulen und Dörfern
  • Beratung werdener Mütter
  • Impfung von Kindern gegen Infektionen, von Frauen gegen Röteln
  • Aufklärung über hörschädigende Medikamente
  • Behandlung und Operation von Ohrenerkrankungen mit anschließenden Rehamaßnahmen
  • Vergabe von Hilfsmitteln wie z. B. Hörgeräten
  • Aus- und Fortbildung von HNO-Ärzten und Audiologen

CBM-Partner fördern Menschen, deren Hörbehinderung nicht heilbar ist, durch Schul- und Berufsausbildung.