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„Werden wir alle erblinden?“

Äthiopien hat die höchste Trachom-Rate der Welt. Im CBM-Projektgebiet ist über die Hälfte der Kinder von ein bis neun Jahren erkrankt. Auch Heyiriyas Enkelkinder sind in Gefahr. Obwohl die Menschen dringend Hilfe brauchen, droht das Coronavirus die wichtige Arbeit der CBM vor Ort zu stoppen.

Die ganze Familie ist in Gefahr

Jedes Blinzeln tut höllisch weh. Heyiriya aus Äthiopien weiß nur einen Ausweg: Ihre Enkelin muss ihr die Wimpern ausreißen, weil sie sonst ständig auf den Augen scheuern. Die 45-Jährige fürchtet diese Tortur. Aber noch mehr fürchtet sie, ihre Enkelin mit der Augenkrankheit Trachom anzustecken.

Mädchen reißt älterer Frau Wimpern mit Pinzette aus © CBM
Mit der Pinzette reißt Enkelin Sheite ihrer Oma regelmäßig die Wimpern aus. Es ist für beide schrecklich.

Anfangs hoffte sie noch, das Brennen ihrer Augen würde aufhören. Aber es wurde schlimmer. „Jetzt laufen mir die Tränen über das Gesicht. Ich kann kaum etwas sehen“, sagt Heyiriya. Bei jedem Blinzeln kratzen ihre Wimpern wie Sandpapier über die Augen – und zerstören sie. „Ich werde niemanden mehr sehen: meinen Mann, meine  Kinder, meine Enkel. Gott, tu mir das nicht an!“, fleht sie.

Heyiriya lebt zusammen mit ihrer Familie und ihren Kühen in einer Hütte. Dadurch hatte sie keine Chance, der Ansteckung zu entkommen. Denn Trachom wird vor allem über Hautkontakt und Fliegen übertragen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die ganze Familie erkrankt. Ihr einjähriger Enkel Siraj hat sich schon angesteckt. Auch er droht zu erblinden. „Es ist ein Albtraum“, sagt Heyiriyas Mann Fediulu. Was, wenn sie alle blind werden? „Wie sollen wir überleben?“

Corona droht Kampf gegen Blindheit zu stoppen!

Kleiner Junge mit Fliegen im Gesicht © CBM
Auch Heyiriyas zweijähriger Enkel Siraj hat sich bereits mit Trachom infiziert. Erhält er nicht schnell Hilfe, droht der Kleine zu erblinden. Dies zeigt: Auch in Zeiten von Corona dürfen wir mit unserer Hilfe nicht nachlassen.

Heyiriya und ihre Familie brauchen dringend Hilfe. Denn Trachom verbreitet sich rasend schnell. Deshalb zählt jeder Tag im Kampf gegen die Augeninfektion. Doch das Coronavirus droht die Hilfe zu stoppen.

Wenn wir jetzt aufhören, werden Menschen wie Heyiriya blind! Die CBM setzt die Trachom-Hilfe fort, muss aber aufwendige Corona-Schutzmaßnahmen einhalten. Bitte spenden Sie jetzt und stoppen Sie Blindheit durch Trachom – auch in Corona-Zeiten!

Unsere Hilfe geht trotzdem weiter

Unsere Hilfeleistungen gehen unter Einhaltung höchster Hygiene- und Qualitätsstandards weiter: 

  • Zum Schutz der Menschen verteilen wir Antibiotika.
  • Infizierte behandeln wir mit Salbe, in fortgeschrittenen Fällen operieren wir das verformte Augenlid.
  • Um Neuansteckungen zu vermeiden, klären wir ganze Dörfer über die nötige Hygiene auf.

Schenken Sie Augenlicht – auch in Zeiten von Corona!

Damit unsere Partner vor Ort auch weiter gegen die furchtbare Augenkrankheit Trachom kämpfen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Denn Ihre Spenden machen es erst möglich, dass wir auch in Zeiten von Corona weiterhin den von Trachom bedrohten Menschen helfen können.