Eine ältere blinde Frau sitzt in ihrer Hütte. Ein Baby sitzt auf ihrem Schoß. © CBM

Flussblindheit ist besiegbar

Onchozerkose, umgangssprachlich Flussblindheit genannt, ist eine Infektionskrankheit. Sie wird von der Kriebelmücke übertragen und kann zur unheilbaren Erblindung führen. Arme Menschen sind von der Krankheit besonders betroffen. Denn häufig haben sie keinen Zugang zu sauberem Wasser oder kein Geld für eine medizinische Versorgung. Dabei ist Flussblindheit einfach zu besiegen!

Ursachen und Vorkommen von Flussblindheit

Flussblindheit gehört zu den sogenannten "Big Five" der insgesamt 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten und ist die weltweit zweithäufigste Ursache für Erblindung durch Infektionen.

Überträger der Krankheit ist die Kriebelmücke. Sie dient als Zwischenwirt des eigentlichen Erregers, einer Fadenwurmart namens Onchocerca volvulus. Die Mücke lebt vor allem in Ufergebieten und an schnell fließenden Flüssen. Da eine Folge der Krankheit Blindheit sein kann, wird sie auch als "Flussblindheit" bezeichnet. 96 Prozent der gefährdeten Menschen leben in Afrika. Betroffen sind aber auch einige Länder Südamerikas sowie der Jemen.

Krankheitsverlauf und Symptome

Altere blinde Frau mit Stock © CBM
Nachdem Berthine von der Kriebelmücke gebissen wurde, trübten sich ihre Augen immer mehr. Letztendlich erblindete sie unheilbar.

Ist der Erreger einmal in den Körper eingedrungen, produziert er zahlreiche Larven. Die Larven lagern sich im Bindegewebe ab und wandern durch den ganzen Körper, bis zu den Augen. Nach ein bis zwei Jahren sterben die erwachsenen Würmer. Dadurch entsteht eine giftige Reaktion, die schließlich die typischen Symptome auslöst:

Augen

Beim Absterben der Würmer in den Augen entstehen Entzündungen. Die Augen trüben sich immer mehr und nach einer gewissen Zeit erblindet man für immer.

Haut

Betroffene Hautstellen beginnen zu jucken. Es kommt zu Hautauschlägen, Entzündungen, Schwellungen und Läsionen. Dies schädigt die Haut, sie wird dünn wird und weist Anzeichen von vorzeitiger Alterung auf. In dem Zusammenhang spricht man auch von "Echsen-Haut".

Soziale Folgen

In manchen Gebieten waren bis zu 50 Prozent der Erwachsenen von der Flussblindheit betroffen. Aus Angst vor einer Infektion verließen viele Familien Dörfer, die in der Nähe von Flüssen liegen. Häufig mussten Kinder die Schule verlassen, um ihre blinden Verwandten zu betreuen. In der Folge kam es zu vermehrtem sozialem Abstieg der Betroffenen, Armut und Hunger nahmen stark zu.

Der Bedarf ist riesig

Weltweit leben 205 Millionen Menschen in Gebieten, in denen die Kriebelmücke aktiv ist. Schon jetzt sind 270.000 Menschen unheilbar blind. Doch wir können die Menschen in betroffenen Gebieten vor der Blindheit bewahren: Bereits eine Dosis des Medikaments Mectizan pro Jahr reicht aus, um die Parasiten zu töten und so die Erkrankung zu verhindern.

Die CBM kämpft gegen Flussblindheit

Die CBM setzt sich dafür ein, dass Menschen, die in Gefahrengebieten leben, das Medikament erhalten. Allein im Jahr 2017 konnten wir an über 19 Millionen Menschen Mectizan ausgeben. Wenn alle Menschen in den gefährdeten Gebieten Mectizan erhalten, lässt sich Flussblindheit sogar ganz stoppen – für immer!

Dafür brauchen wir Ihre Hilfe! Gemeinsam können wir Augenlicht retten und Flussblindheit besiegen!